Welche Ratgeber können Sie lesen, wenn Sie sich in einem Bereich des Schreibens verbessern wollen? Welche Romane können Sie lesen, um dieses oder jenes Phänomen einmal in der Praxis zu erfahren? Antworten zu diesen Fragen finden Sie hier.

 

Literaturtipps: Ratgeber, Sekundärliteratur 

Die nachfolgenden Tipps stellen meine persönlichen Empfehlungen dar. Die Liste erhebt weder einen Anspruch auf Vollständigkeit noch auf Allgemeingültigkeit, noch stellt ihre Reihenfolge eine Evaluation dar.

Bücher von Stephan Waldscheidt: z.B. Autors kleiner Helfer (für Schreibanfänger), Spannung und Suspense, Schreibcamp: Emotionen u.v.a.

Ich finde diese Bücher sehr hilfreich, weil sie deutlich machen, worum es geht, warum dieses und jenes wichtig ist, wie man es erreichen kann und was noch dazugehört. Für mich persönlich war Waldscheidts Spannungsformel ein Augenöffner. Außerdem sind sie für meinen Geschmack ansprechend geschrieben, ohne dass unnötig um den heißen Brei geredet wird.

Die Thesaurus-Bücher von Angela Ackerman und Becca Puglisi: z.B. The Emotion Thesaurus, The Emotional Wound Thesaurus, The Negative Trait Thesaurus, The Rural Setting Thesaurus u.v.a.

Auf Basis psychologischer Beobachtungen erstellen Ackerman und Puglisi Listen zum jeweiligen Thema. Ich empfinde diese als hilfreich, besonders die über negative Charakterzüge oder Emotionen, da man vielleicht nicht immer die ganze emotionale Palette präsent hat. Beispielsweise bei denen zu „character flaws“ gibt es Ursachen, zugehörige Mimik und Verhaltensweisen und was daran im Hinblick auf die Charakterkonzeption positiv und negativ ist oder wie der Charakter sich weiterentwickeln kann. Mögliche Bedeutungen von Setting werden in The Rural Setting Thesaurus erläutert. Eindrücke aller Sinne sind dazu gelistet. So kann man ein Setting kreieren, das die Stimmung einer Figur oder Szene optimal wiedergibt. Eine simple Stichwortsammlung mit Erklärungen mag manchmal hilfreicher oder inspirierender sein als theoretische Hinweise.

Wolfram Galter, Gaukelspiel und Lautenklang (2014)

Hier wird detailliert über Unterhaltungsmöglichkeiten im Mittelalter gehandelt. Sehr inspirierend, wenn man Fantasy schreibt. Es kann ja nicht nur epische Schlachten geben …

Literatur zum Weltenbau:  Weltenbau ist für Phantastik-Schreiber unerlässlich. Dies sind umfassende Listen, woran man alles denken kann, wenn man eine Welt erschafft.

http://www.weltenbau-wissen.de oder andere auf dieser Seite unter dem Reiter LINKS [Fragenkatalog zu Fragen, die man sich vorab stellen kann, z.B. welche Geografie, Herrschaftsform, sozialen Strukturen etc. sind für eine glaubwürdige Fiktion nötig]

Janeen Ippolito, World-Building from the Inside Out (2018) [Fragenkatalog in Buchform mit Erklärungen]

Mark Rosenfelder, The Planet Construction Kit (2010) [Fragen, Übungen und Details zur Konstruktion einer Welt vom Planeten bis zur Religion sowie warum Aspekte fürs Schreiben allgemein ratsam sind]

Rebekah Loper, The A-Zs of Worldbuilding: Building a Fictional World From Scratch (2017) [tiefgehende Fragen zur Konzeption sowie Übungsaufgaben]

Dan Koboldt, Putting the Science in Fiction: Expert Advice for Writing with Authenticity in Science Fiction, Fantasy & Other Genres (2018) [Grundlegendes zur Biologie, Technik, Physik und Medizin zur Schaffung realistischer Fiktionen; dabei wird mit allgemeinen Fehlern auf wissenschaftlich fundierte Weise aufgeräumt]

Stephen L. Gillet, World-Building (Science Fiction Writing) (1996) [Infos zur Erschaffung von Sternensystemen und bewohnbaren Planeten]

Marie Brennan, New Worlds, Year One: A Writer’s Guide to Worldbuilding (2018) und New Worlds, Year Two: More Essays on the Art of Worldbuilding (2019) [Anthropologische und kulturelle Aspekte wie Sitten, Bräuche, Tabus, Religion, kurz: alles rundum das Erschaffen einer glaubwürdigen Gesellschaft]

Wolf Schneider, Deutsch! Das Handbuch für attraktive Texte (2013)

Häppchenweise erläutert Schneider einzelne Formulierungsprobleme. Auch wenn man vielleicht beim Schreiben keine Silben zählen möchte oder ähnlich Ablenkendes, lernt man sehr viel über sprachliche Feinheiten und bekommt ein besseres Gespür dafür.

Tipp: Es geht hier um Satzbau im Detail. So sinnvoll es ist, das Buch zu lesen, um seinen generellen Stil zu verbessern, so sehr rate ich jedoch davon ab, es zu lesen, wenn Sie mit der Überarbeitung Ihres Romans beginnen. Wenn Sie vielleicht den halben Inhalt umschreiben müssen, sollten Sie noch nicht tonnenweise Zeit in geschliffene Sätze gesteckt haben, die Sie wömoglich eh wieder streichen müssen.

Bücher von H.P. Roentgen: z.B. Vier Seiten für ein Hallelujah, Drei Seiten für ein Exposé oder Klappentext, Pitch und anderes Getier.

Diese sind sehr nützlich für Verbesserungen auf Satz- und Wortebene oder für gewisse Themen und wie diese in Deutschland gehandhabt werden. An Beispielen wird genau erklärt, was man verbessern kann und warum. Auf diese Weise kann man auch erst einmal selber rätseln, ob man drauf gekommen wäre.

Routledge-Genredarstellungen, z.B. The Routledge Companion to Science Fiction (2009) von Mark Bould, The Routledge Companion to Imaginary Worlds (2019) von Mark J. P. Wolf oder The Routledge Concise History of Science Fiction (2011). 

In diesen Sammelbänden werden die Aspekte detailliert und gründlich aufgearbeitet, sodass man zum Überblick auch noch grundlegendes Verständnis erlangt. Für jeden, der das Themenfeld wie ein Schwamm aufsaugen möchte, ein absolutes Muss.

 

Literaturtipps: Primärliteratur

Patrick Süskind, Das Parfüm.

Hier können Sie herausfinden, wie man Sinne ins Schreiben einbeziehen kann (ich selbst habe danach etwa ein Jahr lang Parfümpröbchen gesammelt).

T.S. Orgel, Die Orks oder Terra.

Dialoge sind wichtig und werden oft hölzern. Hier ist dies nicht der Fall. Hier sind sie ein riesen Spaß.

Frederic Brown, „Jaycee“ und „Sentry“ (Kurzgeschichten).

Meines Erachtens Musterbeispiele für den Twist am Ende einer Kurzgeschichte.

 

Gesammelte Beiträge

„Bücher für das Inspirationsregal“: Beitrag zum Tempest-Newsletter 03/2018.

Borrusch, Bücher für das Inspirationsregal